Opel ist ein Garant

Klammheimlich und unbeobachtet verschwindet Opel seit Jahrzehnten von der Bildfläche. Nie so ganz, aber jährlich immer etwas mehr. War das jetzt ein Segen, das Opel von PSA am 1. August 2017 unter die Haube genommen wurde? Eindeutig ja! Absolut! Treue Kunden haben sie genug, den Erhalt schaffen sie aber nur mit neuen Käufern. Die Groupe PSA fusionierte mit der  Fiat Chrysler Automobiles am 16. Januar. Ausser Opel gehören seitdem 13 weitere Marken zu Stellantis N.V. und damit belegt der Konzern mit rund 14 Mio. verkauften Autos Rang 4 in der Welt.

Die deutschen Werke waren ein Garant, nicht einfach nur Produktions- und Entwicklungsstätten von Fahrzeugen. Mehrere Generationen haben in den Opel-Werken „geschafft“. Hier war man jemand, ein Opelaner durch und durch. Opel gehört zu Deutschland wie das Baguette zu Frankreich. Nun sind sie dort, nicht hier, zum Teil schon, aber immer weniger. Möglicherweise auch ein Grund das Opel-Enthusiasten aufgehört haben zu hoffen, das sollten sie aber.

Nicht wegzudenken

Corsa – Kann man hier noch von Kleinwagen sprechen? Gelungen, harmonisch und heißbegehrt von 53.199 zufriedenen Kunden in 2020. Seit 1982 wurden rund 14 Millionen Fahrzeuge verkauft und auch im Jahr 2021 ist das neue Modell sehr gefragt. Rein elektrisch hat der Corsa-e eine Reichweite von rund 337 km und ist innerhalb von 30 Minuten mit 80 % ausreichend aufgeladen.

Auch der Astra ist in Deutschland nicht wegzudenken. Nachdem sich das Vorgängermodell Kadett sehr gut verkauft hat, kann man die Modellreihe Kadett/Astra als Bestseller von Opel bezeichnen. Anfangs hat der Astra gelegentlich auch mit den Verkaufszahlen des Golf 3 mithalten können. 1991 löste er in Deutschland den Kadett ab und erfreut sich bis heute über einen stabilen Absatz.

Opel auf dem Weg nach China

Bekannt wurde die Provinz Hubei und die Stadt Wuhan zwar nicht durch einen Autokonzern, aber Dongfeng brachte den Ort schon einmal in die deutsche Tagespresse. Der staatliche Autokonzern aus China suchte seit langem den Zugang zur deutschen Automobiltechnik. Das Ziel vor Augen ging man strategisch vor und beobachtete den europäischen Markt sehr genau. In 2014 wurden sie Anteilseigner von PSA, in 2017 lag ihr Anteil mit 14 % bereits auf dem Niveau des französischen Staates und der Peugeot-Familie.

Damals war Dongfeng die Rettung für den Autobauer aus Frankreich, da GM seine Anteile weiter geben wollte und lediglich Frankreich noch nennenswertes Kapital in PSA steckte. Die Fusion mit dem französischen Autobauer war aus Sicht von Opel erstrebenswert, hatte doch die amerikanische Mutter bisher den chinesischen Markt für sich beansprucht. Man wollte endlich auf dem chinesischen Markt präsent sein. Drum prüfe wer sich ewig bindet!

Beliebt, nicht nur bei Veredlern

Die Modelle von Opel werden und wurden geliebt, ob es der Rekord und der GT mit der Coke-Bottle-Linie war, oder der Diplomat mit dem wunderbaren 5,4 Liter V8-Motor der optimal zur 5 Meter langen Staatskarosse passte. Manta, Monza, Ascona, um nur ein paar wohlklingende Namen zu nennen. Sie inspirierten die Tuner und Veredler. Irmscher war bekannt, die großen Aufkleber an den Türen und Schwellern, manchmal auf dem kompletten Auto, waren Kult.

Eher unbekannt und ausgesprochen mutig war Bitter bei der Neuinterpretation des Opel Diplomat, dann als komplett neues Coupé. Der große 8-Zylinder im Bitter CD 1973 machte aus ihm einen Sportwagen. 1981 wurde er vom Bitter SC abgelöst, der noch bis 1989 mit einem kleineren Motor gebaut wurde. Noch heute schaut man diesem eleganten Sportcoupé hinterher.

Lizenzgebühren für alle Patente

Bekannt waren auch die vielen Rallye-Einsätze rund um den Erdball und immer mit einem Motor, auf den man sich verlassen konnte.
Es ging mit rechten Dingen zu, als General Motors Anfang 2005 alle Patentrechte in eine extra dafür gegründete Gesellschaft ausgelagert hat. GTO bündelt seitdem sämtliche Patente des Konzerns. Das bedeutet, das Unternehmen im General Motors Konzern eine Lizenzgebühr für jedes ihrer Fahrzeuge zahlen müssen.

Positiv in die Zukunft

Opel wird noch gebaut, das ist wunderbar. Die Konzernmutter PSA meint es gut mit Opel und legt sich weiterhin ins Zeug, die Werbung lässt nicht nach. Dennoch ist die Lage auch durch die Corona Zeit sehr angespannt. Weltweit gehen die Verkaufszahlen aller Automobil-Produzenten zurück und laufende Produktionen kommen hin und wieder zum Stocken, sie warten auf Zulieferteile.

Jetzt bloß positiv denken und vorausschauend handeln, die Krise ist bald überstanden. Dann bedarf es wieder einer guten Strategie der großen Konkurrenz aus aller Herren Länder zu trotzen. Sie schaffen das, daran glauben wir und alle Opel-Fans, denn dieser Glaube hat sie bis heute am Leben gehalten. Leben, nicht nur überleben.

Danke Frankreich für den Glauben an Opel und die Opelaner.

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